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BfR mahnt zu Vorsicht bei Verfütterung von Nutzhanfsilage an Milchkühen

Bei der Verfütterung von Nutzhanfsilage ist nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) äußerste Vorsicht angeraten. Die Untersuchung eines Forscherteams zeigte dem BfR zufolge, dass es schon bei einer noch rechtlich zulässigen, also sehr niedrigen Konzentration an Cannabinoiden in der Nutzhanfsilage bei den Tieren zu Verhaltensänderungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt. So verlangsamten sich Atmung und Herzschlag. Die Kühe seien schläfrig, bewegungsunsicher und würden weniger fressen und weniger Milch geben. „Unsere Untersuchung zeigt außerdem, dass selbst ein geringer Zusatz an Nutzhanfsilage zur Tagesration für Milchkühe dazu führt, dass Cannabinoide – darunter auch das Δ9-Tetrahydrocannabinol (Δ9-THC) – in der Milch nachgewiesen werden können“, so der BfR-Futtermittelexperte Dr. Robert Pieper, einer der Studienautoren. Die Beeinträchtigungen der Tiergesundheit seien offenbar durch die Cannabinoidkonzentration in der Silage bedingt, die wiederum von vielen Faktoren abhänge.

Die nun veröffentlichte Studie erfolgte nach Angaben des Bundesinstituts an zehn Milchkühen. Gemessen worden sei der Gehalt an Cannabinoid in Milch, Blutplasma und Kot. Außerdem seien Körperfunktionen wie Puls und Atmung überprüft und das Verhalten der Tiere beobachtet worden. Zunächst erhielten die Kühe dem BfR zufolge in der Tagesration bis zu 920 g Nutzhanfsilage aus ganzen Pflanzen mit sehr niedriger Cannabinoidkonzentration. Das hatte keine messbaren gesundheitlichen Folgen. Dann bekamen die Tiere zwischen 840 g und 1.680 g cannabinoidreichere Nutzhanfsilage, die aus Blättern, Blüten und Samen hergestellt worden war. Der Gehalt an psychoaktivem Δ9-THC in dieser Silage lag laut Institut mit etwa 0,12 % aber noch immer unter dem zulässigen Höchstgehalt für Nutzhanf von 0,2 %. Daraufhin habe sich das Verhalten der Tiere jedoch deutlich geändert, so das BfR. Vom zweiten Tag an hätten die Kühe weniger gefressen und zudem weniger Milch gegeben. Die Atemfrequenz und die Herzschlagrate hätten abgenommen. Zudem sei es zu verstärktem Speicheln, Zungenspiel und einer Rötung der Nickhaut im Auge gekommen.

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