Die digitale Transformation hat auch den Kälberstall längst erreicht. Im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch des Sächsischen Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie wird seit einigen Jahren hinsichtlich der Praxistauglichkeit marktverfügbarer Digitalisierungslösungen im Kälberbereich geforscht. Welche technischen Möglichkeiten dem interessierten Landwirt für die Erfüllung seiner täglichen Aufgaben derzeit zur Verfügung stehen und was von ihnen zu erwarten ist, lesen Sie hier.
Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 1/2023 der Milchpraxis.

Vollautomatisierte Tränke
Zentrales Aufgabenfeld bei der Haltung von Kälbern ist die mehrmals tägliche Tränkeverabreichung. Einzeln oder paarweise gehaltene Saugkälber können mittlerweile vollautomatisiert mit der sogenannten „CalfRail“ gefüttert werden. Es handelt sich um einen Roboterarm, welcher als mobile Saugstelle von Box zu Box fährt. Ermöglicht wird dies durch eine Metallschiene, welche über dem Stallgang montiert wird, dem Roboterarm als Aufhängung dient und ihm seinen Weg weist. Das System bietet laut Herstellerangaben
die Möglichkeit, bis zu acht Mal täglich zu tränken. Versorgt werden können bis zu 50 Kälber pro CalfRail-Einheit, ein Tränkeautomat kann mit zwei CalfRail-Einheiten ausgestattet werden. Alternativ ist die Nutzung eines Tränkeautomaten für die Versorgung einzeln gehaltener Kälber und für die Bereitstellung einer Saugstelle für eine Kälbergruppe möglich. Attraktiv aus dem Blickwinkel der Kälber: es können zahlreiche kleinere Portionen über den Tag verteilt vertränkt werden. Zu beachten ist, dass bei Vollauslastung einer CalfRail-Einheit durch die entstehende zeitliche Begrenzung aber auch hier nicht mehr als drei Tränkerunden pro Tag möglich sind. Die CalfRail bietet die Chance, Saugkälber bereits in den ersten Lebenstagen an eine digitale Datenerfassung anzubinden: verschiedene Gesundheitsparameter werden erhoben und dokumentiert. Hierzu zählen der Abruf der Tränke, die aufgenommene Tränkemenge je Mahlzeit sowie in Summe über 24 Stunden, eventuelle Tränkeabbrüche sowie die Sauggeschwindigkeit.
Sensor zur Gesundheitsüberwachung
Zur Unterstützung der Gesundheitsüberwachung in der Einzelhaltung ist am Markt das „Calf-Monitoring-System“ verfügbar. Es handelt sich um einen Infrarotsensor, welcher am Gestänge eines Kälberiglus befestigt werden kann. Der Sensor erfasst die Wärmeabstrahlung des Kalbs, nimmt diese als Bewegungsaktivität und leitet daraus stündlich neu ein Erkrankungsrisiko für das betreffende Tier ab in einem Bereich von 0 bis 100 %. Zum System gehören weiterhin eine Antenne, welche die Daten der Sensoren per Funk empfängt, und ein Gateway mit integrierter SIM-Karte, um die Daten ins Internet und damit zur Cloud des Produktanbieters zu übertragen.
Den kompletten Artikel lesen Sie in dem Special der Milchpraxis Ausgabe 1/2023.




































