EHD-Impfung bleibt freiwillig

In Deutschland wird es laut Darstellung des Veterinärpharmaunternehmens Ceva Tiergesundheit vorerst keine Pflichtimpfung gegen die Epizootische Hämorrhagische Krankheit (EHD) geben. Das Bundeslandwirtschaftsministerium habe dies in Gesprächen mit Ceva ausgeschlossen, erklärte Business Unit Managerin Ruminant BeNeDACH Anne Kathrin Borkowsky. Ceva hat den EHD-Impftstoff Hepizovac entwickelt, der seit April in ganz Europa vorläufig zur Anwendung beim Rind zugelassen ist.

Nun sei das Unternehmen mit den Bundesländern in Gesprächen über Impfstrategien, so Borkowsky. Insgesamt bestellt seien für Deutschland derzeit 200.000 Impfdosen, mit denen zusammen 100.000 Rinder geimpft werden könnten. Das Interesse von Landwirten und Tierärzten an einer Impfung sei hierzulande insbesondere in den grenznahen Regionen zu Frankreich vorhanden, wo die Krankheit seit Frühjahr 2023 im Süden und Westen des Landes wütet.

Mit Blick auf Süd- und Westfrankreich berichtete Borkowsky von einer hohen Impfbereitschaft, ohne allerdings konkrete Zahlen zu nennen. In Belgien, das zu Beginn des laufenden Jahres eine Pflicht zur Impfung gegen die EHD eingeführt hatte, liege die Impfrate bei Rindern und Milchkühen bei mittlerweile 80%.

Keine neuen Fälle in Frankreich

Veterinary Service Managerin DACH von Ceva, Katharina Bente, warnte vor einer weiteren Ausbreitung der EHD in Europa. Die Krankheit werde durch den Handel mit infizierten Tieren sowie durch Mücken übertragen, die mit Rückenwind jeden Tag bis zu 100 Kilometer weit fliegen könnten und bis hin nach Skandinavien zu finden seien.

Die EHD war 2022 erstmals in Europa festgestellt worden, damals bei Rindern in Italien und später auch Spanien. Die Krankheit breitete sich zügig nach Portugal und Frankreich aus. Dort versucht man die weitere Ausbreitung Richtung Norden durch einen laut Bente 100 Kilometer breiten „Impfgürtel“ aufzuhalten, in dem die Impfungen staatlich getragen werden. Die Gegenmaßnahmen in Frankreich scheinen Erfolg zu haben. Obwohl das Risiko von EHD-Ansteckungen im Sommer hoch ist und die Inkubationszeit maximal zehn Tage beträgt, gab es laut der Statistik des französischen Landwirtschaftsministeriums zwischen dem 1. und dem 26. Juni keine neuen Fälle.