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Eierstockzysten: Welche Bedeutung haben sie?

Von Zysten auf dem Eierstock scheint eine gewisse Faszination auszugehen, denn sehr häufig wird von Landwirten auf Fortbildungen der Wunsch geäußert, mehr darüber zu erfahren. Eierstockzysten werden regelmäßig als eine Ursache für Fruchtbarkeitsprobleme genannt, und der Schaden, der durch sie verursacht wird, geht weltweit angeblich in die Millionen. Eine so weit verbreitete und verlustreiche Reproduktionsstörung sollte eigentlich gut erforscht sein. Tatsächlich ist aber vieles über Eierstockzysten sehr unsicher!


Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 4/2022 der Milchpraxis.


Was sind Ovarialzysten?

Eierstockzysten sind blasenförmige Gebilde an der Oberfläche eines Eierstocks, die aus nicht ovulierten, also nicht „gesprungenen“ Follikeln entstehen. Von den physiologischen Funktionskörpern des Eierstocks, also dem Gelbkörper und dem Follikel, unterscheiden sie sich durch ihre dauerhafte Anwesenheit und die Größe. Früher wurde ein Gebilde am Eierstock mit einem Durchmesser von mindestens 2,5 cm als Zyste bezeichnet, wenn es mindestens zehn Tage nachweisbar war. Mittlerweile reicht bei vielen Autoren schon ein Durchmesser von 1,7 cm und eine Verweildauer von sechs Tagen, um ein Gebilde als Zyste zu bezeichnen. Auch wenn verschiedene Definitionen gebräuchlich sind, kann festgestellt werden, dass sie allesamt eher akademischer Natur sind. Auf einem Milchviehbetrieb lässt sich mittels Ultraschall vielleicht noch die exakte Größe eines Gebildes am Eierstock bestimmen; aber wie lange eine eventuelle Zyste tatsächlich besteht, lässt sich unter Praxisbedingungen kaum feststellen. Insofern ist die Diagnose „Zyste“ im Betrieb immer mit Vorsicht zu stellen.

Es werden zwei Typen der Ovarialzyste unterschieden: Die Follikel- und die Lutealzyste. Die Follikelzyste stellt das erste Stadium dar; diese Zyste ist eher dünnwandig und hormonell häufig inaktiv. Bleibt sie bestehen, wird das Gewebe in Gelbkörpergewebe umgewandelt und die Lutealzyste (Gelbkörperzyste) entsteht. Sie kann länger persistieren und den Reproduktionszyklus des Tieres stören, da sie wie ein normaler Gelbkörper das Trächtigkeitshormon Progesteron ausscheidet und so den Reproduktionszyklus hemmt. Ano-estrus, also eine nicht auftretende Brunst, ist die Folge.

Um Zysten zu diagnostizieren, wird idealerweise ein Ultraschallgerät genutzt. Nur so können Zysten genauer bestimmt werden. Foto: Resch

Zur Diagnose der Zysten wird idealerweise ein Ultraschallgerät verwendet, nur so sind mit einer gewissen Sicherheit die Eigenschaften der Zyste auszumachen und die beiden Typen voneinander zu unterscheiden. Zysten können auch mittels einer wiederholten Bestimmung des Progesterons in Milch oder Blut indirekt bestimmt werden: Besteht ein erhöhtes Progesteronniveau über die 18-tägige Gelbkörperphase hinaus, so spricht dies für eine Lutealzyste.

Den kompletten Artikel lesen Sie in der Milchpraxis Ausgabe 4/2022.

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