John Deere hat mit dem 8600i das Topmodell der Feldhäcksler-Reihe 8000 in der Version des Modelljahrs 2023 zur Prüfung vorgestellt. Die DLG-Experten des DLG-Testzentrums haben dessen Leistungsfähigkeit bei der Silomaisernte unter die Lupe genommen.
Durchsatz, Verbrauch und Häckselqualität
Die typische Funktionsprüfung in Mais des DLG-Testzentrums stellt genau die von John Deere beworbenen Punkte in den Mittelpunkt. Um das Leistungspotenzial einer Maschine zu bestimmen, werden selbstfahrende Feldhäcksler im Feldversuch auf ausgewählten, möglichst homogenen Silomaisflächen mit mindestens zwei verschiedenen Trockenmassegehalten (TM-Gehalten) von 27 bis 32 % TM und 37 bis 43 % TM getestet. Die Versuchsvarianten umfassen verschiedene Häcksellängen von 4, 7, und 12 mm bei praxisüblichen Fahrgeschwindigkeiten und werden jeweils vor Ort im Detail an die vorgefundenen Erntebedingungen angepasst. Die Maschineneffizienz wird anschließend über den Durchsatz in Tonnen pro Stunde sowie den spezifischen Kraftstoffverbrauch in Liter pro Tonne dargestellt.
Hinzu kommen Untersuchungen, bei denen aus dem Gutstrom direkt hinter dem Auswurfkrümmer Proben entnommen werden. Aus entsprechenden Teilproben werden anschließend die Trockenmasse bestimmt sowie die Häcksellänge und der Körneraufbereitungsgrad analysiert. Die Prüfung fand im September 2022 in Norddeutschland statt.


Die zur Prüfung vorgestellte Maschine entsprach dem Modelljahr 2023. Der Feldhäcksler wird von einem Sechszylindermotor aus John-Deere-eigener Fertigung angetrieben, der 460 kW bzw. 625 PS aus 13,5 l Hubraum zur Verfügung stellt. Die Maschine war für den Test mit dem 10-reihigen Vorsatz Kemper 475plus ausgestattet. Dieser hat eine Arbeitsbreite von 7,5 m und transportiert das Erntegut über vier große und zwei kleine Einzugstrommeln zu einem Einzugskanal mit 660 mm Breite. Die Messertrommel der Maschine war mit 64 Messern bestückt, was eine theoretische Schnittlänge von 3 bis 15 mm ermöglicht. Weiter war der John-Deere-eigene Premium-Körnerprozessor mit zwei Sägezahnwalzen mit 110 bzw. 144 Zähnen verbaut. Unter den vorgefundenen Feldbedingungen wurde dessen Spalt auf 2 mm sowie seine Drehzahl auf eine Differenz von 40 % eingestellt.

Prüfung und Ergebnisse
In der Prüfung konnte der John-Deere-Feldhäcksler sein hohes Leistungspotenzial unter Beweis stellen. Er erreichte Durchsätze von bis zu 239 t Frischmasse pro Stunde bei einer theoretischen Häcksellänge von 12 mm. Erwartungsgemäß sinken dabei die erzielten Durchsätze mit abnehmender theoretischer Häcksellänge. Die Kraftstoffverbräuche je Betriebsstunde lagen über alle voreingestellten Häcksellängen annähernd gleich im Bereich von 113 bis 117 l/h. Mit zunehmender Durchsatzleistung sinken damit zwangsläufig die spezifischen Kraftstoffverbräuche. Mit Werten von 0,47 bis 0,55 Liter je Tonne Erntemasse liegen sie insgesamt auf einem niedrigen Niveau. Der Einfluss der Häcksellängenvorwahl am Feldhäcksler auf die Häcksellängenverteilung im Erntegut wird im Versuch gut sichtbar. Bei einer theoretischen Häcksellänge von 4 mm finden sich beispielsweise rund 65 % Gewichtsanteil in den Siebfraktionen zwischen 3 und 5 mm. Bei einer Voreinstellung von 7 mm liegen 70 % zwischen 5 und 8 mm. Unabhängig von der Trockenmassegehaltslage bewegen sich die Anteile der Überlängen auf einem niedrigen Niveau. Zwar wurden in beiden Trockenmassegehaltslagen erhöhte Gewichtsanteile an Feinpartikeln kleiner als 3 mm gefunden. Diese überschreiten aber nie die gewünschten Obergrenzen aus den Empfehlungen der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) von drei Gewichtsprozent. Bei der Bewertung des Körneraufbereitungsgrads wurden bei 12 mm Häcksellänge gute, bei den beiden kürzeren Voreinstellungen sehr gute Werte erreicht. Dabei wurden die höheren Werte für den Corn Silage Processing Score (CSPS) allerdings im feuchteren Mais ermittelt, was in der Praxis eher untypisch ist. Das lag daran, dass die feuchtere Maissorte im Vergleich zu der anderen beernteten Sorte trockenere Kolben hatte.

Fazit
Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse wird dem selbstfahrenden Feldhäcksler John Deere 8600i (mit der geprüften Ausstattung) das Prüfzeichen „DLG-ANERKANNT“ im Einzelkriterium „Funktion und Arbeitsqualität in Silomais“ verliehen. Weitere Details zur Prüfung enthält der Prüfbericht 7338, der kostenfrei unter www.DLG-Test.de erhältlich ist.






























