Eine erfolgreiche Aufzucht unserer Kälber bildet die Basis für eine effiziente und gesunde Milchkuhherde als auch geringe Behandlungskosten und -aufwände sowie hohe Verkaufspreise bei Verkaufskälbern. Warum dafür neben einer optimalen Milchfütterung und Versorgung mit Rau- und Kraftfutter auch die Verfügbarkeit von Tränkwasser entscheidend ist, erläutert dieser Artikel.
Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 3/2024 der Milchpraxis.

Für alle Säugetiere ist Wasser ein essenzieller Nährstoff zur Aufrechterhaltung und Erbringung von Leistungen sowie für alle Stoffwechselfunktionen und insgesamt der Zweitwichtigste hinter Sauerstoff. Insbesondere bei landwirtschaftlichen Tieren, die hohe Leistungen in Form von Milchproduktion oder Körperwachstum bringen, ist eine optimale Versorgung mit Wasser sehr wichtig.
Kälber müssen Zugang zu Wasser haben
Gerade bei neugeborenen Kälbern sollte die Wasserversorgung aus mehreren Gründen verstärkt in den Fokus rücken. Zum einen besteht ein neugeborenes Kalb zu 80 % aus Wasser und obwohl dieser Anteil mit dem Alter abnimmt, liegt dieser immer noch bei über 70 % in einem Alter von 40 Tagen und ist somit zu diesem Zeitpunkt noch 10 % höher als bei ausgewachsenen Rindern. Weiterhin ist das Risiko für Durchfallerkrankungen, die zu starken Wasserverlusten führen können, innerhalb der ersten Lebenswochen am höchsten. Zudem verlieren Kälber bei hohen Temperaturen durch ihre unausgebildete Thermoregulation verhältnismäßig viel Wasser. Um diese Besonderheit zu berücksichtigen, ist die Wasserversorgung allgemein im Tierschutzgesetz verankert und wird für Kälber in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung spezifiziert: Kälber müssen ab einem Alter von zwei Wochen jederzeit Zugang zu Wasser in ausreichender Menge und Qualität haben.
Wie unter anderem das Wassermanagement auf Milchviehbetrieben aussieht, war das Ziel einer Studie, die von den Autoren dieses Artikels an der Universität Bonn durchgeführt wurde. Im Rahmen der Studie wurden 42 Milchviehhalter aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen einmalig besucht, ausgiebig befragt und deren Kälber analysiert. Weniger als die Hälfte der Betriebe (40,5 %) boten ihren Kälbern in Einzelhaltungen freies Wasser (Tränkwasser) zur Aufnahme an und die Kälber wurden meistens auch erst mit 14 bis 21 Tagen in Gruppen umgestallt. Somit hatten die Kälber auf den untersuchten Betrieben durchschnittlich erst ab dem 13. Tag (Spanne von 1–30 Tagen) Tränkwasser zur freien Aufnahme. Rund ein Drittel der Betriebe setzten auch nicht die gesetzlich geforderte Verfügbarkeit von Tränkwasser ab dem 14. Lebenstag um. Warum eine frühe Verfügbarkeit von Tränkwasser wichtig ist und wie das Wassermanagement auf dem eigenen Betrieb optimiert werden kann, soll im Folgenden erläutert werden.
Den kompletten Artikel lesen Sie in der Milchpraxis Ausgabe 2/2023.






























