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Klima-Sonderpreis geht an die Westrup-Koch Milch GbR

Die Westrup-Koch Milch GbR aus Bissendorf im Landkreis Osnabrück wurde in diesem Jahr nicht nur mit der Goldenen Olga, sondern zusätzlich auch mit dem erstmalig verliehenen Niedersächsischen Klima-Sonderpreis ausgezeichnet. Seit diesem Jahr wird der Wettbewerb „Milchlandpreis“ um diesen Sonderpreis für den Betrieb ergänzt, der sich bei der Begutachtung hinsichtlich herausragender Aktivitäten im Bereich Klimaschutz besonders hervorhebt. Zu den Bewertungskriterien gehören der CO2-Fußabdruck, die Nutzung energiesparender Technik sowie die Erzeugung regenerativer Energie.

1. Platz Westrup-Koch Milch GbR, Verleihung der Goldenen Olga 2022/ v.l.n.r.: Niedersächsicher Ministerpräsident Stephan Weil, Kerstin, Sohn Stephan, Tochter Birte und Ulrich Westrup. Foto: Patrick Lux

Die Jury begründete die Auszeichnung damit, dass der Milchviehbetrieb aus Bissendorf in allen drei für die Klimabilanz entscheidenden Bereichen sehr stark aufgestellt sei: In der gesamten Erzeugungskette der Milch von der Grundfuttergewinnung über die Haltung und Fütterung im Stall bis zur tierwohlgerechten Haltung mit dem Ziel der Langlebigkeit der Kühe sei der Betrieb Westrup-Koch vorbildlich. Das Ergebnis sei ein im Branchenvergleich mit 668 g CO2-Äquivalent pro kg Milch sehr niedriger CO2-Fußabdruck. Der niedersächsische Vergleichswert liegt bei 965 g/kg Milch. Der Betrieb habe klar das Ziel der Ressourceneinsparung im Visier und setze dafür bereits an vielen Stellen auf energiesparende Techniken. Beispielsweise werden in der Stallbeleuchtung ausschließlich LED-Leuchten genutzt, bei der Milchkühlung stehen Wärmerückgewinnung und Plattenkühler im Fokus. Der Milchhof sei zudem Vorreiter bei der Erzeugung und Eigennutzung regenerativer Energien, die in der Biogasanlage (600 kW) fast ausschließlich aus Gülle, Mist und Futterresten erzeugt würden und so dem Ideal einer Kreislaufwirtschaft sehr nahekämen. Zusammen mit der installierten Photovoltaikanlage liefert der Betrieb Strom für 1.500 Haushalte.

Klima-Sonderpreis: Welche Kriterien werden bewertet?

Der Niedersächsische Klima-Sonderpreis, der 2022 erstmalig verliehen wird, setzt sich aus drei Bewertungskriterien zusammen. Diese drei Bereiche werden mit Hilfe eines Punktesystems ausgewertet und fließen mit entsprechender Gewichtung in die endgültige Beurteilung für den Klima-Sonderpreis ein:

  • CO2-Fußabdruck

In die Bewertung fließt das Ergebnis aus der Ermittlung des individuellen CO2-Fußabdrucks pro Kilogramm Milch mit ein. Dieser wird auf Grundlage des Berechnungsstandards für einzelbetriebliche Klimabilanzen ermittelt. Zur Kalkulation wird der Agrarklimacheck verwendet, der wiederum auf dem Treibhausgas-Emissions-Kalkulator-Landwirtschaft (TEKLa) der Landwirtschaftskammer Niedersachsen basiert. Das CO2-Ergebnis der Betriebe ergänzt nach einer Plausibilitätsprüfung durch die Gutachter die Bewertungssystematik für den Klima-Sonderpreis.

  • Einsatz energiesparender Technik

Als weiterer Bereich wird der Einsatz energiesparender Technik auf dem Betrieb begutachtet. Hier prüft die Jury, inwieweit ein Betrieb den Einsatz von Energie durch ressourcenschonende Technik minimiert (Vorkühlung, frequenzgesteuerte Pumpen, LED-Beleuchtung etc.).

  • Erzeugung und Nutzung regenerativer Energien

Für den dritten Bewertungsblock wird die Erzeugung und Nutzung regenerativer Energien betrachtet. Wird zum Beispiel die anfallende Gülle aus dem Betrieb zur Erzeugung von Biogas genutzt? Sind Photovoltaikanlagen installiert und decken diese den Strombedarf des Betriebes? Wird regenerativer Strom gespeichert? Wird Windkraft genutzt oder ist man an einer Windkraftanlage beteiligt? Gibt es sonstige Maßnahmen zur Nutzung regenerativer Energien?

Klimaplattform Milch: einheitliche Erfassung des CO2-Fußabdrucks

Hintergrund des Niedersächsischen Klima-Sonderpreises ist die Klimaplattform Milch , die 2022 gestartet ist. Das Besondere daran ist, dass nahezu alle Molkereien dieses Vorhaben gemeinschaftlich antreten und ihren Milcherzeugern ein einheitliches Tool zur Erfassung des CO2-Fußabdrucks pro Kilogramm Milch zur Verfügung stellen. Damit nimmt Niedersachsen bundesweit eine Vorreiterrolle ein.

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