Kringell: Einweihung des neuen Kälberstalls

Bei der festlichen Einweihung des neuen Kälberstalls: v.l. Thomas Lehner (Staatsgutleiter), Direktor Johann Gaisberger (Leiter der Bioschule Schlägl), Ludwig Wanner, Abteilungsleiter Landwirtschaft im StMELF, Maria Hohenester (Geschäftsführerin der Landesvereinigung des ökologischen Landbaus Bayern), Anton Dippold (Geschäftsführer der Bayerischen Staatsgüter), Petra Högl (Vorsitzende des Agrarausschusses im Bayerischen Landtag), Ralph Huber (Ökopräsident des BBV und Bezirkspräsident Oberbayern), Pfarrer Wolfgang Keller (Pfarrverband Hutthurm). Bild: Bayerische Staatsgüter

Mit der feierlichen Eröffnung des neuen Kälberstalls am Staatsgut Kringell wurde ein bedeutender Schritt zur Stärkung und Weiterentwicklung des Versuchs- und Bildungszentrums Kringell gemacht. Zahlreiche Gäste aus Politik, Verbänden, Bildung und Praxis kamen zusammen, um ihre Verbundenheit mit Kringell und den bayerischen Staatsgütern zu zeigen. Bei strahlender Frühlingsstimmung entwickelte sich die Veranstaltung zu einem rundum gelungenen, heiteren Festakt, bei dem neben dem fachlichen Austausch auch das persönliche Miteinander nicht zu kurz kam.

Den Auftakt machte Geschäftsführer Anton Dippold, dem der neue Kälberstall ein Herzensanliegen war. „Kringell war, ist und bleibt ein wichtiger Versuchs- und Bildungsstandort für die Landwirtschaft in Ostbayern und den Ökolandbau im Speziellen, so Dippold. Der neue Stall setze Maßstäbe in der Kälberhaltung, weg von der Einzel- und Gruppenhaltung in Iglus, hin zu mehr Licht, Luft und Platz bis hin zu Auslaufmöglichkeiten und Weidezugang.  Der Kälberstall sei ein wichtiger Modernisierungsschritt, dem in Abhängig der finanziellen Ressourcen weitere Schritte folgenden werden. Besonders hob Herr Dippold hervor, dass der Bau in nur acht Monaten unfallfrei und im vorgesehenen Budget realisiert werden konnte.

Auch Petra Högl, Vorsitzende des Agrarausschusses im Bayerischen Landtag, betonte die Bedeutung des Tages als „klares Signal für die Zukunft der Landwirtschaft“. Kringell sei ein unverzichtbarer Standort für Ausbildung, Forschung und Wissenstransfer in Bayern. Der neue Kälberstall bringe wichtige Impulse für die Praxis und unterstreiche die Rolle Kringells als Knotenpunkt, im Öko-Netzwerk.

In seinem Grußwort erinnerte Ralph Huber vom Bayerischen Bauernverband mit einem Augenzwinkern an seine eigene Zeit in Kringell: „Als ich vor 40 Jahren hier meinen Melkkurs gemacht habe, sah alles noch ganz anders aus.“ Die enorme Weiterentwicklung und Innovationskraft beeindruckten ihn sehr. 

Maria Hohenester von der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau Bayern rückte die eigentlichen „Stars des Tages“ in den Mittelpunkt: die Kälber selbst. Mit vereinzeltem Muhen machten sie sich bemerkbar und sorgten für manche heitere Unterbrechung. Frau Hohenester unterstrich die Bedeutung des neuen Stalls für das Tierwohl: „Ein gesunder Start ins Leben ist die Grundlage für eine erfolgreiche Nutztierhaltung.“ Kringell zeige eindrucksvoll, wie moderne, ökologische Landwirtschaft gelebt werden könne – von der Aufzucht bis hin zur Verarbeitung.

Auch die internationale Zusammenarbeit fand ihren Platz: Direktor Johann Gaisbergervon der Bioschule Schlägl in Oberösterreich hob die langjährige Partnerschaft mit Kringell hervor. Der Austausch von Schülerinnen und Schülern ermögliche es, Praxis, Handwerk, Forschung und Versuche ideal zu verbinden. Gaisberger sagte: „Hier wird Landwirtschaft nicht nur gelernt, sondern gelebt – und genau das bleibt im Herzen.“

Nach der Segnung des neuen Stalls, die von Pfarrer Wolfgang Keller in lockerer und zugleich würdevoller Atmosphäre stattfand, folgte eine lebendige Führung durch die neuen Stallanlagen mit Staatsgutleiter Thomas Lehner. Dabei konnten die Gäste die verschiedenen Stallbereiche begutachten: helle, luftige Buchten, großzügigeingestreuten Liegeflächen mit Auslaufmöglichkeiten und Weidezugang. Eine Demonstrationsbucht bietet z. B. Möglichkeiten für eine moderne kuhgebundene Kälberaufzucht. 

Den gelungenen Abschluss der Veranstaltung bildete ein gemeinsames Beisammensein mit bioregionalen Speisen aus der hauseigenen Öko-Kantine.