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Lebenseffektivität statt Lebensleistung

Die Frage, wie man die Leistung und Wirtschaftlichkeit der Milchproduktion über einen längeren Zeitraum messen und vergleichen kann, ist nach wie vor ungeklärt. Insbesondere bei der Entscheidung, ob Tiere in der Herde verbleiben oder abgehen sollten, gibt es Unsicherheiten. Im Rahmen einer Bachelorarbeit wurde der Parameter der Lebenseffektivität untersucht. Dieser kann eine sinnvolle Entscheidungshilfe sein.


Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 3/2020 der Milchpraxis.


Die Lebensleistung von Milchkühen gilt allgemein als wichtiger Leistungsparameter. Für viele Betriebe ist es ein Ziel, dass Kühe eine möglichst hohe Lebensleistung erreichen, und es gilt häufig als erstrebenswert, 100.000-Liter-Kühe im Stall zu haben. Das Problem bei der Lebensleistung ist aber, dass der Wert nichts über den Zeitraum aussagt, in dem die Leistung erreicht wurde: Viele Kühe erreichen
die Grenze in der achten oder neunten Laktation, manche erst danach. Daneben gibt es auch Kühe, die bereits in der fünften oder sechsten Laktation die 100.000-Liter-Marke erreichen. Diese Kühe haben alle ein hohes, aber doch sehr unterschiedliches Leistungsniveau, daher kann die Lebensleistung allein die Wirtschaftlichkeit der Tiere nicht bewerten. Um eine Vergleichbarkeit der Tiere herzustellen, sollte daher die Lebenseffektivität berücksichtigt werden: Hierbei wird die „Leistung“ im eigentlichen Sinne beurteilt,
nämlich als Milchmenge pro Zeiteinheit.

Die Lebenseffektivität, auch als Lebenstagsleistung bezeichnet, gibt die Menge an Milch an, die die Kuh pro Tag ihres Lebens produziert. Dazu wird die gesamte Milchleistung dividiert durch die Zahl der Tage von Geburt des Tieres bis zum Tag der Auswertung bzw. des Abgangs. Dadurch, dass die gesamte Lebensdauer berücksichtigt wird, hat die Aufzuchtphase des jeweiligen Tieres einen starken Einfluss auf die Lebenseffektivität: Je später die Erstkalbung erfolgt, umso geringer wird die Lebenseffektivität ausfallen. Die Lebenseffektivität kann sowohl für abgegangene Tiere als retrospektiver Leistungsparameter, aber auch für aktuell im Bestand befindliche Tiere berechnet werden, außerdem lässt sich der Durchschnittswert eines Betriebes angeben.

Ähnlich wie die Lebenseffektivität wird die Nutzungseffektivität berechnet, die auch als „Futtertagsleistung“ bekannt ist. Allerdings wird die Milchmenge hier durch die Zahl der Tage seit der Erstkalbung des zu bewertenden Tieres geteilt, der Einfluss der Aufzuchtphase wird also aus der Bewertung entfernt. Im Folgenden wird vor allem die Lebenseffektivität betrachtet.

Den kompletten Artikel lesen Sie in der Milchpraxis-Ausgabe 3/2020.

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