LSD: Erster Nachweis in Frankreich

Die Lumpy-Skin-Krankheit (LSD) ist in der Europäischen Union möglicherweise schon weiter verbreitet als bislang gedacht. Ende Juni wurde der erste Nachweis aus Frankreich bestätigt. Wie das Pariser Landwirtschaftsministerium mitteilte, ist eine Rinderhaltung im Département Savoie betroffen. Die Gebietskörperschaft liegt im Osten des Landes und grenzt an die italienische Region Piemont. Auch in die Schweiz ist es nicht weit.

Den Angaben des Ministeriums zufolge wird der betroffene Bestand in Übereinstimmung mit europäischem Recht gekeult. Darüber hinaus wurde ein Sperrgebiet mit einem Radius von 20 Kilometern eingerichtet. Dort ist die Verbringung von Rindern untersagt. Im direkten Umfeld der Sperrzone werden verstärkt veterinärmedizinische Kontrollen durchgeführt. Betroffen von den Einschränkungen sind auch Teile der Départements Haute-Savoie, Ain und Isère. In der vergangenen Woche waren mehrere Ausbrüche der LSD in Italien bekannt geworden.

Laut einer qualitativen Risikobewertung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) ist für die Ausbreitung der Rinderseuche über größere Distanzen hauptsächlich der Transport infizierter Tiere verantwortlich, während auf lokaler Ebene „wahrscheinlich in den meisten Fällen Arthropoden, insbesondere blutsaugende Insekten“ verantwortlich seien. Hier gebe es jedoch „große Wissenslücken“.

Das Risiko einer Einschleppung der LSD durch Vektoren, also etwa Bremsen oder Stechfliegen, hat das FLI 2016 als „vernachlässigbar-gering“ eingestuft. „Vernachlässigbar“ war aus Sicht der Fachleute das Risiko in Bezug auf legalen Handel mit infizierten Tieren, beim Personen- und Fahrzeugverkehr wurde die Gefahr als „mäßig“ kategorisiert. Sollte die Seuche eingeschleppt werden, drohen dem FLI zufolge allerdings aufgrund der naiven Tierpopulationen, der erheblichen wirtschaftlichen Schäden sowie des beträchtlichen Leidens der betroffenen Tiere erhebliche Konsequenzen.