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Nabel: Wenn die Lebensader zum Fallstrick wird

Die Nabelschnur verbindet das Kalb mit der Kuh. Über sie erhält das Kalb während der Trächtigkeit alle wichtigen Nährstoffe und den nötigen Sauerstoff, zugleich werden Stoffwechselprodukte des Kalbes darüber zur Ausscheidung an das Blut der Kuh übergeben. Nach der Geburt reißt die Nabelschnur und der Nabel stellt eine Wunde dar, die in den ersten Lebenstagen abheilen muss. Kommt es hier zu Störungen, kann eine Nabelentzündung oder ein Nabelbruch entstehen.


Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 5/2022 der Milchpraxis.


Ein reichlich mit gutem Stroh eingestreutes Iglu ist eine hygienische Grundlage für einen gesunden Start und reduziert das Risiko von Nabelentzündungen. Foto: Lamp

Der Nabel des Kalbes ist eine Öffnung in der Bauchwand, durch die vier Gefäße aus der Bauchhöhle des Kalbes in die Nabelschnur übergehen. Diese Gefäße transportieren Blut und in der frühen Trächtigkeit auch den Harn des Kalbes. Während sich der harnleitende Gang (Urachus) bereits in der Hochträchtigkeit verschließt und zurückbildet, sind die Blutgefäße bis zum ersten Atemzug des Kalbes überlebenswichtig, da sie die Versorgung der sogenannten Rosen in der Plazenta sicherstellen, über die das Kalb Sauerstoff erhält und überschüssiges CO2 abgeben kann. Unter der Geburt reißt die Nabelschnur erst nach der Austreibung des Kalbes an einer „Sollbruchstelle“ ca. 10 bis 20 cm vor der Bauchwand des Kalbes ab. Dabei verschließen sich die Blutgefäße und ziehen sich gummibandartig in die Bauchwand zurück, sodass nahezu kein Blut austritt. Der Bauchnabel als ehemals wenige Zentimeter große Öffnung in der Bauchwand schließt sich zusehends und ist nach wenigen Tagen normalerweise nicht mehr zu fühlen.

Störungen der Nabelrückbildung

Durch verschiedene Faktoren kann es aber zu Störungen der Nabelrückbildung kommen. Finden Bakterien von außen ihren Weg in die Nabelschnur, kann eine eitrige Nabelentzündung entstehen. Kommt es zu einem unvollständigen Verschluss der Bauchwandöffnung, spricht man von einem Nabelbruch (Hernie). Störungen rund um den harnableitenden Urachus (sogenannte Fisteln oder Zysten) sind ebenfalls möglich, aber wesentlich seltener.

Die Nabelentzündung als das Häufigste dieser Probleme betrifft rund 5 % aller Kälber und ist vorrangig ein Problem der ersten drei Lebenswochen. Dabei gelangen Schmutzkeime (Kolibakterien oder Eitererreger) von außen in die Nabelschnur und steigen von dort in die Nabelhaut oder in die Nabelgefäße auf.

Dabei ist nicht nur die akute Entzündung für das Kalb schmerzhaft und führt zu Fieber und verminderten Zunahmen, sondern durch die Verbindung der Nabelgefäße mit der Leber und dem weiteren Blutkreislauf kann es zu lebensbedrohlichen Vereiterungen der inneren Organe kommen. Ebenso ist ein Streuen der Keime in die Lunge und Gelenke eine mögliche Folge einer Nabelentzündung, die praktisch nicht mehr zu behandeln ist, sodass Tierverluste drohen.

Den kompletten Artikel lesen Sie in der Milchpraxis Ausgabe 5/2022.

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