Die Aufzucht gesunder Kälber ist eine wichtige Voraussetzung für den langfristigen Erfolg von Milchkuhbetrieben. Weibliche Kälber bilden die nächste Generation und sollen sich zu robusten, langlebigen Milchkühen entwickeln. Auch eine stabile Entwicklung und gute Gesundheit männlicher Kälber tragen zum Betriebserfolg bei. Das Projekt „Wohlfühlkalb“ setzt hier an: analysieren, vergleichen, optimieren. Seien Sie dabei und nehmen Sie mit Ihrem Betrieb an diesem Projekt teil. Wie das geht, erfahren Sie in diesem Artikel.
Praxiserhebungen zeigen, dass in vielen Betrieben weiterhin Herausforderungen in der Kälberaufzucht bestehen. Die Häufigkeit von Durchfall und Atemwegserkrankungen sowie die Kälbersterblichkeit sind oftmals sowohl aus Sicht des Tierschutzes als auch des wirtschaftlichen Erfolgs zu hoch. Dabei existiert ein breiter Fundus wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Optimierung der Kälberaufzucht, der vielfach in Leitfäden und Ratgebern aufbereitet ist. Die Herausforderung liegt daher weniger im fehlenden Wissen als vielmehr in dessen konsequenter Umsetzung.
Projekt „Wohlfühlkalb“
Genau hier setzt das neue, vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) im Bundesprogramm Nutztierhaltung geförderte Modell- und Demonstrationsvorhaben „Wohlfühlkalb“ an. Ziel ist es, in der Projektlaufzeit bis Juni 2029 gemeinsam mit landwirtschaftlichen Betrieben, Beratung (Rindergesundheitsdienst der LUFA Nord-West, Gäa Beratung, Innovationsteam Milch) und Wissenschaft (Universitäten Kassel und Gießen) praxistaugliche Strategien für ein verbessertes Kälbermanagement zu entwickeln. Ein zentraler Baustein ist die Etablierung einer mobilen betrieblichen Datenerfassung zur Kälbergesundheit, die für an der Milchleistungsprüfung (MLP) teilnehmende Betriebe einen Leistungsvergleich mit dem Schnitt der 25 % besten Betriebe erlaubt (Projektpartner vit und HVL). Gleichzeitig sollen Optimierungsmöglichkeiten aufgezeigt und Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, die auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand und den Ergebnissen und Erfahrungen der Begleitung von 40 Praxisbetrieben über die Projektlaufzeit basieren. Rund 20 der Projektbetriebe können sich zudem in zwei regionalen Erfahrungsgruppen mit anderen Betrieben und Berater:innen austauschen. Die Projektteilnehmer nehmen über zwei Jahre etwa halbjährlich an den Gruppentreffen teil, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln und von Best-Practice-Beispielen zu profitieren. Gemeinsam soll so die Kälbergesundheit nachhaltig gestärkt und die Kälbersterblichkeit reduziert werden.

Machen Sie bei diesem Projekt mit!
Das Projekt bietet interessierten Milchkuhbetrieben die Möglichkeit, die eigene Kälberaufzucht systematisch weiterzuentwickeln und von einem intensiven Wissensaustausch zu profitieren. Die Teilnahme umfasst vier Datenerhebungen zur Kälbergesundheit durch Projektmitarbeitende auf den teilnehmenden Betrieben sowie – bei Interesse – den Austausch in einer regionalen Erfahrungsgruppe. Voraussetzung ist die Bereitschaft, die im Projekt zu entwickelnde elektronische Anwendung mit einer regelmäßigen Eingabe von Gesundheits- und Behandlungsdaten zu den Aufzuchtkälbern zu nutzen.
Wer kann teilnehmen? Was erhalte ich dafür?
Teilnehmende Betriebe erhalten eine strukturierte Datenauswertung zur eigenen Kälbergesundheit, einen Leistungsvergleich als Orientierung, praxisnahe Impulse zur Optimierung des Managements und bei Interesse einen vertiefenden Praxisaustausch mit anderen Projektbetrieben. Der zusätzliche Aufwand wird außerdem finanziell honoriert und Fahrtkosten werden erstattet.
Das Projekt richtet sich an Milchkuhbetriebe ab einer Herdengröße von etwa 50 Kühen mit eigener Kälberaufzucht und Teilnahme an der MLP in Niedersachsen, Hessen, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt oder angrenzenden Regionen Bayerns.
Bei Interesse an einer Teilnahme oder für weitere Informationen wenden Sie sich gerne an:
Dr. Asja Ebinghaus, Universität Kassel
Telefon: 05542 981748
ebinghaus@uni-kassel.de






























