Das neue Modell- und Demonstrationsvorhaben GLAKTIV will mit Praxisbetrieben Lösungsstrategien für eine zukunftsfähige, standort- und klimaangepasste Grünlandbewirtschaftung erarbeiten und entwickeln. Das JKI koordiniert das Vorhaben. Mitte Juni trafen sich die Verbundpartner der sechs Regionen zum Kick-off-Meeting.
Dauergrünland in Deutschland sinnvoll zu bewirtschaften stellt landwirtschaftliche Betriebe aufgrund des Klimawandels und wachsender ökonomischer Hürden vor immer größere Herausforderungen. Hier setzt das neue Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) GLAKTIV an. Neben dem Julius Kühn-Institut (JKI) sind sechs Verbundpartner beteiligt. Sie erarbeiten gemeinsam mit 30-36 Praxisbetrieben in sechs Modellregionen Deutschlands Konzepte, die gleichermaßen die Wirtschaftlichkeit und die Nachhaltigkeit der Grünlandbewirtschaftung berücksichtigen sollen. Das vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) mit 2.713.481 Euro geförderte Projekt läuft über drei Jahre bis Dezember 2028. Es wird vom JKI in Braunschweig koordiniert. Projektleiterin ist Dr. Katrin Kuka, die am JKI auch die Stabstelle Grünland leitet, die am JKI-Fachinstitut für Pflanzenbau und Bodenkunde am Standort Bundesallee angesiedelt ist.
Dauergrünland ist elementar für die Grundfutterversorgung von Wiederkäuern und erfüllt darüber hinaus eine Vielzahl an Ökosystemleistungen. So trägt es u.a. zum Erhalt der biologischen Vielfalt, zur Regulation des Wasserhaushaltes oder zur Bindung von Kohlenstoff in Vegetation und Böden und damit zur Klimaregulation bei. Darüber hinaus ist Dauergrünland ein Teil des Landschaftsbildes und hat somit zusätzlich einen kulturellen Wert.
„In den vergangenen Jahrzehnten führte die Nutzungsintensivierung von Grünland zur Verbesserung der Futterleistung, durch die zunehmende Homogenität aber auch zu einer Verarmung der Artenvielfalt“, erläutert Dr. Katrin Kuka vom JKI. „Gleichzeitig werden artenreiche und extensive Flächen wirtschaftlich immer unrentabler und in der Folge unzureichend genutzt, wodurch sie von Verbuschung bedroht sind. Die Grünlandbewirtschaftung steht damit zunehmend vor der Herausforderung, eine wirtschaftlich tragfähige Grundfutterproduktion mit wachsenden Anforderungen an Tierwohl- und Umweltstandards sowie einer höheren witterungsbedingten Unsicherheit in Einklang zu bringen“, so die Grünlandexpertin des JKI.
Im Mittelpunkt des Modell- und Demonstrationsvorhabens GLAKTIV steht die abgestufte Grünlandnutzung als Mosaik aus intensiver, mittelintensiver und extensiver Bewirtschaftung. Dabei sollen Produktionsleistungen und Ökosystemleistungen nicht gegeneinandergestellt, sondern standortbezogen miteinander kombiniert werden: Leistungsfähige Flächen liefern hochwertiges Grundfutter, während extensiv genutzte Flächen artenreiche Bestände und wichtige Ökosystemleistungen sichern. So sollen Wirtschaftlichkeit, Biodiversität und Klimaschutz im Dauergrünland gemeinsam gestärkt werden.

Hintergrundinformationen zur Vorgehensweise
Für die Entwicklung, Erprobung und Demonstration einer praxistauglichen, abgestuften Grünlandbewirtschaftung werden in dem Projekt sechs Modellregionen in Deutschlands einbezogen. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der dort vorherrschenden Standortbedingungen, der agrarstrukturellen Gegebenheiten und der betrieblichen Organisationsformen. Jede Region wird dabei durch fünf bis sechs Demonstrationsbetriebe vertreten, die für die jeweilige Region repräsentativ sind und auf denen eine abgestufte Bewirtschaftung entweder schon angewendet wird oder geplant ist. Nutzungsintensität, Düngestrategie und Artenzusammensetzung werden betriebsindividuell angepasst. Sie bilden die Grundlage für die Entwicklung von praxistauglichen Strategien, die auf unterschiedliche Standortbedingungen übertragbar sein sollen und dort mit Hilfe von klaren Entscheidungskriterien, Schwellenwerten und Indikatoren direkt angewendet werden können.
Quelle: Pressemeldung Julius Kühn-Institut (JKI), Juli 2026






























