Beitrag Drucken

Riesenbärenklau und Ambrosia

Riesenbärenklau und Ambrosia sind nichteinheimische Pflanzenarten und stellen den Praktiker im Grünland vor neuen Herausforderungen

Neophyten stellen auch einen Grünlandexperten vor neuen Herausforderungen. Als Neophyten
werden Pflanzenarten bezeichnet, die von Natur aus nicht in Europa beheimatet sind, sondern erst durch den Einfluß des Menschen und seiner Handelswege nach der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus im Jahre 1492 zu uns gelangten. Im Rahmen der Globalisierung kommt es immer wieder zu einem unbeabsichtigten Einschleppen dieser Pflanzen, z.B. als Pflanz- oder Saatgut oder auch als Tierfutter. Haben sich diese Pflanzen einmal etabliert, entstehen hohe Bekämpfungskosten und damit wirtschaftliche Schäden für den Praktiker. Weiterhin gefährden einige gebietsfremde Pflanzenarten sogar die menchliche Gesundheit. Hier sind besonders der Riesenbärenklau aber auch die Beifuß-Ambrosie zu nennen.

Riesenbärenklau

Riesenbärenklau - aus der Vogelperspektive gut zu erkennen
Riesenbärenklau – aus der Vogelperspektive gut zu erkennen

Der Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum), auch Herkulesstaude genannt, stammt ursprünglich aus dem Kaukasus. Er wurde im 19. Jh. als Zierpflanze eingeführt und in Gärten und Parks weit verbreitet. Imker säten ihn als Trachtpflanze für ihre Bienen und Jäger brachten sie als Deckungspflanze für das Wild aus. In den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erfolgte der Anbau als Futterpflanze. Heutzutage ist die Herkulesstaude weit verbreitet und gehört zu den invasiven Arten. Der Riesenbärenklau gehört zur Familie der Doldengewächse. Er kann eine Wuchshöhe von 2 – 4 m erreichen. Sein Stängel ist hohl, gefurcht, weist am unteren Ende weiße Flecken auf und kann am Grund bis zu 10 cm dick werden. Die Blätter sind 3 – 5-teilig zerschnitten und auf der Unterseite kurz behaart. Innerhalb weniger Wochen können die Blätter über 1 Meter lang werden und erreichen schließlich während der Hauptwachstumsphase mit Stängel eine Länge von bis zu 2 Metern. Seine rübenartige Pfahlwurzel wächst bis zu 60 cm in den Boden. Die weißen Blütendolden erreichen einen Durchmesser von 50 cm.

Riesenbaerenklau1
Riesenbärenklau – Staudenreste aus dem Vorjahr
Riesenbaerenklau2
mit jungem Austrieb im März

Die Vermehrung der Herkulesstaude erfolgt ausschließlich über Samen. Eine ausgewachsene Pflanze bildet 10.000 bis 50.000 schwimmfähige Samen, die 8 – 10 Jahre im Boden keimfähig bleiben. Vor allem Gewässer mit Überschwemmungsgebieten und Verkehrsanlagen (Verwirbelungen entlang von Straßen, Autobahnen und Gleisen) bilden die Hauptverbreitung der Samen. Auch Baumaßnahmen, Erdbewegungen, wilde Komposthalden und Aussaat durch Menschen sind die Verbreitungswege. Die Pflanze siedelt an allen Standorten. Eine vegetative Vermehrung des Riesenbärenklaus ist nicht möglich. Der Riesen-Bärenklau ist mit dem heimischen Wiesenbärenklau verwandt. Der Wiesenbärenklau hat im Unterschied zur Riesenbärenklau keine roten Flecken an den Stängeln und er ist mit 1,5 m Höhe deutlich kleiner.

Die Möglichkeit von Hautentzündungen durch den Pflanzensaft ist beim Wiesenbärenklau sehr gering. Der Saft des Riesenbärenklaus enthält phototoxisch wirkende Furocumarine, esw ist daher dringende Vorsicht eboten beim Ausgraben und Abmähen von Riesenbärenklau! Wenn die Haut nach der Benetzung mit Pflanzensaft der Sonneneinstrahlung ausgesetzt wird, entstehen Hautentzündungen. Mögliche Folgen sind Juckreiz, Rötungen, Schwellungen und Blasenbildung auf der Haut. Die Veränderungen können wie Verbrennungen ersten und zweiten Grades aussehen. Schon die Dämpfe können die Gesundheit beeinträchtigen und z.B. Übelkeit verursachen.

Auch vertrocknete Stängel, Blüten und Samen enthalten den Giftstoff Furocumarin. Gefährdet ist jeder, der mit der Pflanze in Berührung kommt, Arbeiter in Land und Forstwirtschaft, Gärtner, Blumenliebhaber, Kinder beim Spielen. Die Hautreaktion wird bisweilen erst nach zwei bis drei Tagen sichtbar und spürbar.

Bekämpfungsmaßnahmen des Riesenbärenklaus

Vor dem Bekämpfen ist zu überprüfen, ob es sich um die Herkulesstaude handelt, oder um den einheimischen Bärenklau.

  • Ausgraben von Einzelpflanzen nach dem Austrieb im April/Mai oder als Jungpflanze im Herbst (Ende Oktober). Ausgegrabene Pflanze auf einer Folie in der Sonne vertrocknen lassen. Nachkontrolle der Fundstelle in den Folgejahren. Gegebenenfalls muss das Ausgraben wiederholt werden. Sollte es zur Blüte der Pflanze kommen, unbedingt die Blüte entfernen und in die Restmülltonne, nicht in die Biotonne oder auf den Kompost wegen der Ausbreitungsgefahr. Diese Methode ist jedoch nur in kleinen Beständen zu empfehlen.
  •  Kappen der Frucht und Blütendolden nach der Vollblüte im Juni/Juli vor der Samenreife. Nachkontrolle, um das Austreiben von Notblüten zu verhindern. Blaue Säcke zur Aufnahme der Samenstände. Entsorgung über den Restmüll, um eine Ausbreitung von frühreifen Samen über Kompost zu verhindern
  •  Kappen und Entsorgen der neuen Fruchtstände im Juli/August. Die Pflanzen trocken in dieser Zeit aus und die Samen fallen zu Boden – Vorsicht Gefahr der ungewollten Ausbreitung durch Kleidung und Werkzeuge. Entsorgung über den Restmüll um eine Ausbreitung von reifen Samen über Kompost zu verhindern.
  •  Chemische Bekämpfung der Jungpflanzen im Herbst oder Frühjahr mit Garlon für Einzelpflanzenbehandlung (Dochtstreichverfahren) oder Restmengen von dem nicht mehr im Vertrieb befindlichen Garlon 4 (selektives Herbizid gegen zweikeimblättrige Unkräuter) oder (falls zukünftig noch möglich) mit einem glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel im Dochtstreichverfahren nach Erteilen einer Genehmigung durch das zuständige Pflanzenschutzamt.

Achtung – Schutzkleidung erforderlich beim Umgang mit Riesenbärenklau

Beim Entfernen der Pflanzen muss unbedingt Schutzkleidung getragen werden. Es empfiehlt sich ein Overall, kräftiges Schuhwerk, Handschuhe mit Stulpen, Schutzbrille und gegebenenfalls ein Gesichtsschutz. Die Entfernung der Pflanzen sollte in der Dämmerung oder bei starker Bewölkung erfolgen. Von Pflanzensaft getroffene Hautstellen müssen unverzüglich mit Wasser und Seife abwaschen werden. Danach sollten Gesicht und Hände vorsorglich mit einer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor vor Sonneneinstrahlung geschützt werden, um Rötungen, Schwellungen und Blasenbildung zu mindern bzw. vermeiden. Vorsichtshalber sollte die Sonne 2 – 3 Tage gemieden werden. Bei starken Hautreaktionen unbedingt den Hautarzt aufsuchen.

Beifuß-Ambrosie

Ambrosie
Die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia)

Die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) ist von Nordamerika aus unbeabsichtigt nach Europa gebracht worden. In den letzten Jahren hat sie sich in diversen südeuropäischen Ländern ausgebreitet und ist auch in Deutschland über Bayern und Baden-Württemberg nach Norddeutschland auf dem Vormarsch. Der Pollen der Ambrosia artemisiifolia ist sehr stark allergieauslösend. Zunächst tritt Heuschnupfen mit allen üblichen Symptomen auf. Ein hoher Anteil der „Ambrosia–Allergiker“ entwickeln starkes Asthma. Auch Menschen, die sonst nicht allergisch reagieren, können Allergien entwickeln. Viele Menschen mit Ambrosia-Allergie entwickeln Kreuzallergien zu anderen Pflanzen oder Stoffen. Schon geringe Pollenkonzentrationen reichen aus, um einen allergischen Anfall auszulösen.

Die Pflanze wird bereits in vielen europäischen Ländern als unerwünscht eingestuft und bekämpft. Die ausgewachsene Pflanze wird je nach Standort 20 -150 cm groß und ist oft buschig verzweigt. Der Stängel ist rötlich gefärbt, abstehend behaart und die doppelt fiederschnittigen Blätter sind von beiden Seiten  grün. Die männlichen Blüten sind als ährenartige Blütenstände am Ende der Sprosse angesiedelt. Erste Blüten sind ab Mitte Juli zu finden. Hauptblütezeit August – Oktober. In milden Wintern treten einzelne Blüten bis Mitte Dezember auf.

Ambrosie2

Ambrosia artemisiifolia wächst vorzugsweise auf lückig bewachsenen, offenen Böden wie z.B. an Straßenrändern, entlang der Autobahnen, in Neubaugebieten oder auf Schutthalden, Erdausschüttungen, Ackerrändern, Wildäckern und Baustellen. Nach bisherigen Erkenntnissen wird Ambrosia überwiegend mit landwirtschaftlichen Produkten wie z.B. Vogelfutter oder Saatgut für Blühstreifen nach Deutschland eingeschleppt. Daher findet man sie oft in privaten Gärten unter Vogelfutterplätzen, denn ein Großteil des im Handel verkauften Vogelfutters enthält Ambrosiasamen.
Diese Pflanzen werden leider selten erkannt, in Hobbygärten kultiviert und in die Beete integriert. Ein weiterer Einschleppungsherd stellt das Futter für Geflügel, Sittiche, Kanarien und Papageien dar. Schnittblumenfelder, auf denen zur Sonnenblumenaussaat Vogelfutter zum Einsatz kommt, tragen ebenfalls zur Vernreitung bei. Auch mit dem Saatgut für Blühstreifen wurden schon Ambrosiasamen nach Deutschland eingeführt breitflächig auch in Niedersachsen ausgebracht.

Ambrosia wird leicht verwechselt mit anderen Pflanzenarten wie:

Zurückgebogener Amarant (Amaranthus retroflexus)

Schnellmerkmal: Blätter ungeteilt, ganzrandig, Blütenstand dichährig.

Beschreibung:

Der Zurückgebogene Amarant ist einjährig. Samen keimen im Sommer aus 0,5 bis 4 cm Bodentiefe.

Die Keimblätter sind linealisch lanzettlich mit einer meist rötlich überlaufenen Blattunterseite.

Die ersten Laubblätter (Primärblätter) sind oval und haben eine eingezogene Spitze. Die blau-grünen Laubblätter sind eiförmig, am Ende zugespitzt, lang gestielt, wechselständig und ebenfalls auf der Blattunterseite meist rötlich.

Die Stängel sind einfach oder verzweigt, aufrecht, hellgrün bis rötlich, unten locker oben dicht beblättert, kurz rauhaarig.

Die Blüten sind klein und unscheinbar am Stängelende zu grünlichen, dichten Scheinähren gehäuft. Die Blütenhülle ist stachelspitzig, der Blütenstand stechend. Der Zurückgebogene Amarant blüht vom Sommer bis zum Frühherbst.

Weißer Gänsefuß (Chenopodium album)

Schnellmerkmal: Blätter ungeteilt, ganzrandig, Stängel unbehaart, Pflanze weiß bemehlt.

Beschreibung:

Die einjährige Pflanze wird bis zu drei Meter hoch, an kargen Stellen gibt es jedoch auch weisse Gänsefüsse, die nur fünf Zentimeter hoch werden. Die Wurzel des Gänsefusses reicht bis zu einen Meter tief, weshalb er auch Trockenperioden gut überstehen Der Stengel wächst aufrecht und meistens stark verzweigt.

Die Blätter stehen an Stielen, die dem Stengel entspringen. Im unteren Bereich sind die Blätter gelappt mit gesägten Rändern, weiter oben sind sie schmal lanzettlich oder eiförmig-rhombisch. An der Oberseite sind die Blätter meistens dunkelgrün und etwas mehlig bestäubt. Auf der Unterseite sind die Blätter weisslich.

Die weissgrünen Blüten sind geknäulte Knubbel und recht unscheinbar. Sie sind weisslich bemehlt, was der Pflanze die Nebenbezeichnung “weiss” eingebracht hat. Die Blüten stehen in Scheinähren in den Blattachseln.

Wilde Möhre (Daucus carota)

Schnellmerkmal: Blüte weiß, Blütenstand doldenförmig; Hüllblätter groß und feingliedrig.

Beschreibung:

Bei der Wilden Möhre handelt es sich um eine zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 120 cm erreicht.

Die Wilde Möhre ist ein Tiefwurzler (bis 80 cm tief wurzelnd). Die verholzende Wurzelrübe ist aus der verdickten Hauptwurzel und dem Hypokotyl entstanden. Sie besteht aus einem inneren Mark mit Leitgewebe und einem äußeren, zarten Teil mit Speichergewebe. Die Seitenwurzeln fallen bald ab und hinterlassen Narben (Querriefen). Die essbare Wurzel hat im Gegensatz zur Karotte keine gelblich oder orange Farbe.

Der Stängel besitzt eine borstige Behaarung. Die Laubblätter sind zwei- bis vierfach gefiedert.

Die Blüten sind nektarführende Scheibenblumen vom Heracleum-Typ und stehen in einer zusammengesetzten Dolde. Im Unterschied zu sonst ähnlichen Doldenblütlern sind die Hüllblätter groß und feingliedrig.

Der vielstrahlige, doppeldoldige Blütenstand ist im voll aufgeblühten Zustand flach gewölbt, beim Aufblühen und zur Fruchtreife sind dagegen die Doldenstrahlen vogelnestartig zusammengeneigt. Die Doldenstiele krümmen sich nachts einwärts (Nyktinastie)

Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris)

Schnellmerkmal: Stängel hohl und geriffelt (der Stengelquerschnitt ähnelt einem Zahnrad); richt angenehm gegenüber Schirling.

Beschreibung:

Mehrjährige krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von 0,5–1,5 m. Die Blätter sind  wechselständig, gefiedert.

Die Blattspreite ist dreieckig, dreifach unpaarig gefiedert. Die Fiederblättchen sind länglich, grob gezähnt, stachlichspitzig.

Die Blüte ist stahlig angeordnet. Die Blumenkrone wird aus fünf weißen und an der Spitze eingekerbten Blättern gebildet. Kein Kelch. Gynoeceum zweizählig und mit zwei Griffeln. Fünf Staubblätter. Blütenstand Doppeldolde, deren Hauptdolde ohne Hüllblätter ist und deren Dolden zweiter Ordnung Hüllblätter haben.

Blütenstand ist die Doppeldolde. Die Frucht ist eine braune, schiffchenförmige, 6-10 mm lange, schnabelige und zweiteilige Spaltfrucht. Bei Berührung kann der Wiesen-Kerbel auf der Haut phototoxische Reaktionen hervorrufen.

Schirling, Gefleckter (Conium maculatum)

Schnellmerkmal: Stängel ist bläulich wie eine reife Pflaume bereift; intensiver Geruch nach Mäuse-Urin.

Beschreibung:

Der Gefleckte Schierling wächst als zweijährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 80 cm bis zu 2 Metern.

Die kahlen Laubblätter sind im Umriss breit dreieckig und zwei- bis vierfach gefiedert oder fiedrig eingeschnitten, sie sind denen des ungiftigen Wiesen-Kerbel ähnlich.

Die weißliche Wurzel ist spindelförmig.

Ihre runden, hohlen Stängel sind kahl, längs gerippt und – ähnlich wie reife Pflaumen – von einer Art blauem Reif überhaucht, im unteren Teil rot gefleckt.

Der zusammengesetzte doldige Blütenstand weist 8 bis zu 20 etwas behaarte Doldenstrahlen auf mit fünf bis sechs hautrandigen Hüllblättern. Er besitzt an der Basis der Döldchen mehrere Hüllblättchen. Die weißen Blüten-Kronblätter sind verkehrt-herzförmig und schwach ausgerandet mit einem sehr kleinen, spitzen eingeschlagenen Läppchen.

Schierling zählt zu den giftigsten Pflanzen, die wir kennen. Die gesamte Pflanze, vor allem aber die unreifen Früchte, enthalten das stark giftige Alkaloid Coniin. Dieses Gift kann auch sehr schnell durch die Haut eindringen. Bei einer Vergiftung kommt es zu Brennen im Mund, zu erhöhtem Speichelfluss, Schluckbeschwerden und Lähmung der Zunge. Der Vergiftete leidet unter starkem Erbrechen, unter Durchfall und unter Schweißausbrüchen. Bei tödlichen Dosen beginnt aufsteigende Lähmung in den Füßen, die sich über den ganzen Körper fortsetzt. Der Tod kann schon nach 30 Minuten durch Atemlähmung erfolgen.

Hundspetersilie (Aethusa cynapium)

Schnellmerkmal: Stängel rund, Blüten weiß, Blütenstand doldenförmig, richt beim zerreiben nach Knoblauch.

Beschreibung:

Die Hundspetersilie wächst als ein- bis zweijährige krautige Pflanze und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 100 Zentimetern.

Die Stängel sind rund, aber leicht kantig, oft weinrot überlaufen sowie bläulich bereift.

Die wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter glänzen, haben insgesamt eine dreieckige Form und sind zwei- bis dreifach gefiedert. Beim Zerreiben riechen sie entfernt nach Knoblauch.

Beifuß (Artemisia vulgaris)

Schnellmerkmal: Stängel unbehaart, Blattunterseite silbrig.

Beschreibung:

Die ausdauernde krautige Pflanze und  wächst bis zu einer Höhe von 1,50 m und hat einen verästelten, bräunlich bis rötlichen Stängel, der unten verholzt ist. Die meist aufrechten Stängel sind höchstens spärlich behaart.

Die fiederteiligen Laubblätter sind derb, meist 2,5 bis 5 (selten bis zu 10) Zentimeter lang und 2 bis 3 Zentimeter breit.

Die Blattoberseite ist grün, Die gelappten Blätter sind an ihrer Oberseite dunkelgrün, an der Unterseite weiß- bis graufilzig behaart.

Die gelben Blüten erscheinen meist von Juli – August und haben eine ähren- traubenartig Anordnung (endständigen, rispigen Blütenständen) Es stehen viele körbchenförmige Teilblütenstände zusammen. Die eiförmigen Hüllblätter sind filzig behaart. Die gelblichen bis rötlich-braunen Röhrenblüten sind 1 bis 3 Millimeter lang.

Bekämpfung der Ambrosia

Die Feststellung von Ambrosiapflanzen geschieht durch Anwohner oder Flächeneigentümer. Sollte Unsicherheit bestehen ist unbedingt ein Fachmann hinzuzuziehen (z.B. Pflanzenschutzberater der örtlichen Bezirksstelle, Gärtner). Die Ambrosiapflanzen müssen umgehend unter Einhaltung der nachfolgend genannten Anwenderschutz-Richtlinien gerodet oder abgemäht werden. Die abgemähten oder ausgerodeten Pflanzen sind im Restmüll zu entsorgen und dürfen auf keinen Fall kompostiert oder verfüttert werden.

Achtung – Schutzkleidung erforderlich beim Umgang mit Ambrosia

Es ist zwingend notwendig wegen der allergenen Wirkung der Pflanzenteile Schutzkleidung zu tragen: Handschuhe, Mundschutz, Schutzbrille und Kittel bzw. Overall verwenden! Schutzbrillen sollten luftdicht sein.  Pollen der Ambrosia sind starke Allergene. Müssen größere Bestände zur Blüte beseitigt werden, besteht eine große Gefahr der allergischen Sensibilisierung durch Pollen. Weiterhin können Berührungen der Pflanze außerdem zu entzündlichen Reaktionen der Haut führen.

Bei der professionellen Bekämpfung der Ambrosia während der Blütezeit empfiehlt sich eine dicht sitzende Feinstaubmaske mit Ausatemventil der Schutzklasse FFFP2. Die Augenbindehäute sind zusätzlich mit einer dicht sitzenden Vollsichtschutzbrille mit Antibeschlagbeschichtung zu schützen. Um Pollen nicht in Privathaushalte oder Fahrzeuge zu verschleppen, empfiehlt es sich einen Einwegoverall mit Kapuze zu tragen. Geeignete Handschuhe und Gummistiefel verhindern den Hautkontakt mit der Pflanze und sind hinterher einfach zu dekontaminieren.
Arbeiten in blühenden Ambrosiabeständen sind bei feuchter Witterung durchzuführen.
Wenn die Pflanzen nicht nass sind, müssen sie vor dem Ausreißen oder Mähen befeuchtet werden. Bekämpfungsaktionen in die Nachmittagsstunden verlegen, da die Pollen hauptsächlich am Vormittag freigesetzt werden.