Roadshow Milchpraxis Nord auf Haus Düsse gestartet

„Mit weniger mehr erreichen” – das ist das Motto der diesjährigen Roadshow Milchpraxis Nord. Die große Effizienz-Tour startete am 24. November auf Haus Düsse und führt diese Woche noch zu weiteren Stationen bis zum Lehr- und Versuchsgut Köllitsch am 28. November.

Bevor der erste Tag auf dem ausverkauftem Haus Düsse startete, ließ es sich der Moderator Dr. Peter Zieger nicht nehmen, die Begriffe Effektivität und Effizienz zu klären – denn wo liegt hier der Unterschied? Effektiv ist es, wenn man mit den eingesetzten Maßnahmen sein gestecktes Ziel erreicht. Effizient wird das Ganze, wenn das Ziel ressourcenschonend mit geringem Aufwand erreicht wird. Und bei der Roadshow Nord geht es in allen Vorträgen genau darum: Die Effizienz seiner Milchviehherde zu steigern.

Stephen LeBlanc, renommierter Rinderwissenschaftler und Professor für Populationsmedizin an der Universität Guelph (Kanada), nahm in seinem Vortrag das Transitkuhmanagement unter die Lupe und machte den rund 200 Teilnehmer*innen deutlich, dass gesundheitliche Probleme wie Milchfieber vielleicht nur eine Woche andauern können, aber monatelang Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit haben.

Stephen LeBlanc bei Roadshow Milchpraxis Nord auf Haus Düsse, November 2025, Foto: Pietsch
Stephen LeBlanc eröffnete mit seinem Vortrag über das Transitkuhmanagement die Roadshow Milchpraxis Nord auf Haus Düsse mit zahlreichen Teilnehmer*innen. (Foto: Pietsch)

Wie man in der Hildesheimer Börde möglichst effizient Milchviehhaltung betreibt und sich dabei das Ziel „klimaneutrale Milcherzeugung“ steckt, beschrieb Lutz Decker in seinem Vortrag. Auf seinem Betrieb konzentriert er sich auf eine möglichst nachhaltige und ressourcenschonende Bewirtschaftung.

Bernd Lührmann, Unternehmensberater bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, beleuchtete gleich mehrere Bereiche im Betrieb, in denen Effizienzsteigerungen mit einfachen Mitteln möglich sind. Dabei machte er deutlich, dass es der Anspruch sein sollte, jeden Tag eine kleine Verbesserung auf dem eigenen Betrieb herbeizuführen.

Dass Aminosäuren essentiell in der Futterration für Milchkühe ist, stellte Dr. Laurent Thiaucourt in seinem Beitrag heraus. Der Tierarzt und Experte für Wiederkäuerernährung hat jahrzehntelange Erfahrung in der Praxis, Forschung und Futtermittelindustrie. Der Einsatz von Aminosäuren kann zu einer Optimierung der Energieeffizienz und der Reduzierung von Stickstoff im Urin führen, daher gelten Aminosäuren als Nährstoffe, die in der Ration in jedem Fall berücksichtig werden sollten.

Der Milchviehhalter Bernd Lösing aus dem westlichen Münsterland hält auf seinem Betrieb 160 Milchkühe und melkt 47 kg Milch pro Kuh und Tag. Damit zählt er zu den besten zwei Prozent in Bezug auf die Milchleistung in Deutschland. „Das Potential etwas zu verbessern, ist in jeder Herde vorhanden“, machte er den anwesenden Teilnehmer*innen Mut, den nächsten Schritt zu wagen.

Dr. Peter Zieger stellte in seinem Schlusswort fest, dass es vielfältige Möglichkeiten gibt, um die Effizienz seiner Herde zu steigern. Am Ende ist es ein Zusammenspiel der kleinen Stellschrauben, die den Erfolg ausmachen.

Heute macht die Roadshow bei der RBB Rinderproduktion Berlin-Brandenburg GmbH in Groß Kreutz halt. Wer jetzt noch bei der Roadshow Milchpraxis Nord dabei sein möchte, hat morgen an der fünften Station die Gelegenheit:
Fr, 28.11.25 – Lehr- und Versuchsgut Köllitsch, Arzberg

(Text: Christiane Pietsch)