In Brandenburg wurde zum ersten Mal bei einem Rind eine Infektion mit dem Shamonda-Virus der Variante 2 (SHAV-EU2) nachgewiesen. Der Fall aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark wurde am 23. September durch das Friedrich-Loeffler Institut (FLI) bestätigt. Die neu eingeschleppte europäische Variante des Shamonda-Virus (SHAV) breitet sich in Deutschland damit weiter aus. Infektionen wurden bereits in mehreren Bundesländern bestätigt. Das Virus betrifft vor allem Wiederkäuer (Rinder, Schafe, Ziegen) sowie Alpakas und auch Pferde. Ein Impfstoff gegen das Shamonda-Virus ist derzeit nicht vorhanden.
Infizierte Tiere zeigen meist milde bis moderate Symptome wie Fieber und Durchfall sowie bei Milchkühen einen Rückgang der Milchleistung. Auch neurologische Störungen sind möglich und wurden beispielsweise bei Pferden beobachtet. Bislang gibt es weiterhin keine Hinweise auf Infektionen von Menschen mit dem Shamonda-Virus.
Bis zum Sommer 2026 waren Shamonda-Viren vorrangig in Afrika und Asien verbreitet. Die ersten Nachweise in Europa erfolgten Ende Juli 2026 in Frankreich und der Schweiz, ab Anfang August auch in rinderhaltenden Betrieben in Süddeutschland. Mittlerweile sind weitere EU-Mitgliedstaaten wie Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Österreich sowie weitere Bundesländer betroffen, wobei die Variante 1 des Shamonda-Virus in Süddeutschland und seit September die Variante 2 auch im Nordwesten Deutschlands nachgewiesen wurde. Bislang wurde das Virus in Deutschland überwiegend bei Rindern isoliert, einzelne Nachweise (vor allem Variante 1) gab es außerdem bei Pferden, Schafen, Ziegen und Alpakas.
Weitere Ausbreitung bis Ende der Gnitzen-Saison möglich
Das Virus wird durch blutsaugende Gnitzen der Gattung Culicoides übertragen. Eine hohe Luftfeuchtigkeit und milde Temperaturen begünstigen die Verbreitung und Aktivität der dämmerungsaktiven Gnitzen. Das größte Infektionsrisiko besteht demnach in der Gnitzensaison, welche in Deutschland witterungsabhängig bis etwa Ende November andauern kann. Die höchste Aktivität wird üblicherweise zwischen Juli und Oktober beobachtet.
Alle fieberhaften Erkrankungen mit den beschriebenen Symptomen sollten bei den genannten Tierarten durch die Hoftierärztinnen und -ärzte labordiagnostisch abgeklärt werden. Das Land Brandenburg unterstützt die Tierhaltenden mit der Übernahme der Untersuchungskosten bei amtlichen Abklärungsuntersuchungen im Landeslabor. Hierzu wenden sich die Tierhaltenden über ihre Hoftierärzte an die zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter.
Weitere Informationen zum Shamonda-Virus stellt das FLI auf der entsprechenden Themenseite zur Verfügung.
Quelle: Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MLEUV)




























