Shamonda-Virus: weitere Infektionen, auch bei Pferd, Alpaka, Schafen, Ziegen

Neben Nachweisen bei Rindern aus Baden-Württemberg, Hessen, Bayern, dem Saarland und Sachsen bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) nun Infektionen mit dem neu eingeschleppten europäischen Shamonda-Virus (SHAV) bei einem Rind in Niedersachsen, einem Pferd aus Rheinland-Pfalz sowie einem Alpaka aus Hessen. In Proben von Schafen und Ziegen aus Baden-Württemberg, die dem FLI freundlicherweise zu Monitoringzwecken zur Verfügung gestellt wurden, ist ebenfalls SHAV nachgewiesen worden.

Viele Tiere empfänglich – keine Karte
Die Ausbreitung bei empfänglichen Tieren in Deutschland hält an, wobei eine exakte und einheitliche Erfassung der Fälle in Deutschland aufgrund fehlender Meldepflichten bisher nicht erfolgt. Daher kann das FLI nicht – wie sonst bei meldepflichtigen Tierseuchen üblich – Verbreitungskarten auf Basis der von den Landesveterinärbehörden ins Tierseuchennachrichtensystem eingetragenen bestätigten Fälle erstellen.

Neurologische Störungen
Das aus Rheinland-Pfalz stammende Pferd zeigte vor seinem Tod zentralnervöse Störungen. In der Gehirnprobe des Tieres wurde eine hohe Viruslast festgestellt, was einen Zusammenhang mit dem klinischen Bild wahrscheinlich macht. Das unterscheidet SHAV deutlich vom verwandten Schmallenberg-Virus (SBV), bei dem solche Störungen nicht auftreten. Von Infektionen mit dem Shuni-Virus hingegen, einem weiteren Virus der Simbu-Serogruppe, zu der auch SHAV und SBV gehören, sind neurologische Störungen bei Pferden und Rindern bekannt.

Genaue Einordnung von SHAV
Bei dem in Niedersachsen nachgewiesenen Shamonda-Virus zeigten weitere Analysen des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) nun, dass es sich um eine andere Variante des Shamonda-Virus (SHAV-EU2) handelt als jene, die in Süddeutschland nachgewiesen wurde (SHAV-EU1). Es handelt sich daher bei dem derzeitigen Seuchengeschehen um zwei unabhängige Ereignisse, die sich in manchen Bundesländern bereits überschneiden. Alle positiven Proben für SHAV-EU2 stammen bisher von Rindern. Infektionen mit Shamonda-Virus Europe 1 wurden bislang bei Rind, Pferd, Schaf und Ziege nachgewiesen.

Nähere Untersuchungen des Virus, vor allem genomische Analysen weiterer positiver Proben sind notwendig, um die genaue Einordnung von SHAV vorzunehmen, insbesondere im Kontext der Fälle in weiteren europäischen Ländern.

Weitere Informationen zum Shamonda-Virus stellt das FLI auf der entsprechenden Themenseite zur Verfügung.

Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut (FLI)