Virtuelle Zäune: Schweden plant Zulassung

In Schweden sollen virtuelle Zäune zur Lenkung von Weidetieren zugelassen werden. Wie das Stockholmer Agrarressort mitteilte, hat sich die Minderheitsregierung zusammen mit den Schwedendemokraten (SD) darauf verständigt, die Tierschutzverordnung dahin gehend anzupassen. Dies bedarf der Zustimmung der EU-Kommission, der nun ein Vorschlag vorgelegt werden soll. Ziel ist, dass ab dem 1. Januar 2026 virtuelle Zäune im nordischen Land eingesetzt werden können.

Bei einem virtuellen Elektrozaun handelt es sich um ein häufig solarbetriebenes, GPS-fähiges Halsband für Weidetiere. Mithilfe der digital vorgegebenen Grenzen kann Weidevieh gelenkt und eingehegt werden.

In Schweden sollen solche virtuellen Zäune deshalb vom Elektroschock-Verbot in der Tierschutzverordnung ausgenommen werden, wie es bei physischen Elektrozäunen bereits gehandhabt wird. Laut der aktuellen Verordnung sind Geräte verboten, die Tieren einen Elektroschock verabreichen, mit der Absicht, ihr Verhalten zu kontrollieren.

„Die Möglichkeit, virtuelle Elektrozäune einzusetzen, kann zu einer gesteigerten Wettbewerbsfähigkeit in der Rind-, Milch- und Lammfleischproduktion beitragen und gleichzeitig den Tierschutz gewährleisten“, begründete Schwedens Landwirtschaftsminister Peter Kullgren den Vorstoß.

Der schwedische Bauernverband (LRF) begrüßte die Ankündigung und sieht in der Technologie große Chancen. Virtuelle Zäune „bieten Landwirten neue Möglichkeiten für flexible und nachhaltige Weidewirtschaft“, hob LRF-Vizepräsidentin Mikaela Johnsson hervor. Dem schwedischen Bauernverband zufolge können unter anderem schwer zugängliche Flächen für die Weidehaltung erschlossen und der Bedarfs an physischen Zäunen sowie der Arbeitsaufwand reduziert werden.