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Wohin geht die Milcherzeugung wirtschaftlich?

Der Blick auf die Vollkostenauswertung Milchwirtschaftsjahr 2020/2021 von 115 niedersächsischen Milchbetrieben zeigt gegenüber dem Vorjahr eine etwas bessere Situation. Im Schnitt konnte allerdings immer noch keine Vollkostendeckung unter Berücksichtigung der kalkulatorischen Ansätze erzielt werden! Schaffen die veränderten Märkte eine Trendwende?

Am Futtertisch des LBZ
Am Futtertisch des LBZ Quelle: Franziska Paul

Mit einem durchschnittlichen Milchauszahlungspreis von brutto 35,94 ct (VJ 35,86 ct) je kg Milch im Wirtschaftsjahr 2020/2021 hat sich am Auszahlungspreis der niedersächsischen Milchproduktion eher wenig geändert. Die Vollkostenauswertungen von 115 niedersächsischen Milchviehbetrieben zeigen, dass ein Milchauszahlungspreis von 39,80 ct (VJ 40,63 ct) je kg Milch im WJ 2020/2021 notwendig war, um die Vollkosten zu tragen – zumindest, und das ist wichtig bei der Beurteilung der Werte, unter Berücksichtigung der gewählten kalkulatorischen Ansätze für Lohn und Zins. Die Kostensteigung der Futtererzeugung im Vorjahr von 1 Cent je kg Milch konnte im Wesentlichen wieder korrigiert werden. Der gegenüber dem Vorjahr stabile Milchpreis und die Kosteneinsparung führten dazu, dass die Betriebszweigergebnisse um 1 Cent je kg Milch besser ausgefallen sind als im Vorjahr.

Vor dem Hintergrund des geringen Milchaufkommens dürfte sich sie Situation am Weltmarkt daher wieder entspannen. Durch die allgemeine Steigerung der Lebenshaltungskosten wird eine gewisse Preissensibilität der Konsumenten auch bei Milchprodukten erwartet, was die Milchpreisentwicklung beeinflussen wird. Unterm Strich ist daher von einer leicht positiven Entwicklung der Erzeugerpreise in den kommenden Monaten auszugehen.

Gleichwohl stehen dagegen die stark gestiegenen Kosten. Eine Untersuchung hat ergeben, dass sich die Kosten der Milchproduktion bedingt durch veränderte Futter- und Düngermittelpreise sowie stark gestiegenen Energiekosten, ebenfalls um 8-10 ct/kg Milch ansteigen dürften. Im Ergebnis liegen dann die Vollkosten bei 52-54 ct/kg Milch. Bei 50-52 ct/kg Milchauszahlungspreis plus 3-4 ct/kg Milch aus den Nebenerlösen (Kälberverkauf/Schlachtkühe) dürfte sich eine Vollkostendeckung darstellen. Wie groß das Plus über den Kosten sein wird bleibt allerdings abzuwarten und hängt sehr stark vom weiteren Verlauf der Betriebsmittelmärkte sowie dem Milchmarkt ab.

Die gesamte Auswertung finden Sie hier.

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