Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) hält es für eher unwahrscheinlich, dass die Lumpy-Skin-Krankheit (LSD) „in den nächsten Monaten Deutschland erreicht“. Als einen Grund dafür nannte Dr. Hannes Bergmann vom FLI unter anderem die nur mittelstreckige Vektor-Ausbreitung des Virus.
Die Krankheit verbreite sich laut Untersuchungsergebnissen kaum weiter als 20 Kilometer um den jeweiligen Seuchenherd herum, erläuterte Bergmann. Für eine weitergehende Verbreitung sei das Virus auf Viehtransporte oder die Verbringung von kontaminierten Material wie Häuten, Fleisch und Sperma angewiesen. Beides werde bei einem erkannten Ausbruch aber in einem Radius von 50 Kilometer rund um den Seuchenherd überwacht. Hinzu komme, dass in Frankreich und Italien, die von den aktuellen Ausbrüchen betroffen seien, jetzt Impfungen anliefen, berichtete Bergmann. Und mit diesen habe man die Seuche vor knapp zehn Jahren bei einem Ausbruch auf dem Balkan vollständig zurückgedrängt.
Allerdings verliert die Region, in der geimpft wird, durch die Impfung für viele Monate ihren Status als seuchenfrei. Wie Dr. Bernd Hoffmann weiter betonte, können damit Handelsrestriktionen einhergehen. Wie Drittstaaten auf den Verlust des Freiheitsstatus reagierten, sei nicht absehbar. Dennoch sei die Impfung bei einem Seuchengeschehen, das bereits mehrere landwirtschaftliche Betriebe umfasse, angebracht. Sollte sich die Infektion auf einen einzelnen Tierbestand beschränken, könne auch die laut den EU-Vorgaben obligatorische Keulung des Gesamtbestands ausreichend sein. In jedem Fall seien außerdem ein genaues Monitoring und die Sensibilisierung von Landwirten und Tierärzten notwendig.
Krankheitsbild ist variabel
Die Infektionssymptome können Hoffmann zufolge sehr variabel sein. Nicht alle erkrankten Tiere zeigten die typischen Hautläsionen. Diese könnten aber auch sehr stark auftreten und den ganzen Körper befallen. Hinzu kommen könnten Fieber und Lethargie. Im späteren Krankheitsverlauf könnten außerdem Durchfall, Bauchödeme und Lahmheiten, ebenso Sterilität, Aborte und Milchrückgang auftreten. Die Mortalität sei gering. Eine durchgemachte Infektion bringe eine gute Immunität.
Auch Bisons und Büffel impfen
In Frankreich ist die LSD noch weiter auf dem Vormarsch. Laut FLI ist der ursprüngliche Eintragungsweg noch unklar. Nach Angaben des Pariser Landwirtschaftsministeriums waren am Mittwoch insgesamt 34 Nachweise in Frankreich bekannt; nach wie vor beschränkt sich die Seuche auf die beiden Départements Savoie und Haute-Savoie. Am 16. Juli waren es landesweit noch 26 Ausbrüche gewesen.
Den jüngsten offiziellen Angaben zufolge wurde mit den Impfungen am 19. Juli begonnen. Laut Ministerium werden alle Rinder innerhalb eines Radius von 50 Kilometer um einen Ausbruch auf Staatskosten immunisiert. Das soll nach aktuellem Stand ungefähr 310.000 Tiere betreffen. Auch die Schweiz führt in der Grenzregion eine Impfkampagne durch. Wie das Bundesamt für
Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) mitteilte, werden in der Überwachungszone alle empfänglichen Tiere, also neben Rindern auch Büffel und Bisons, geimpft. Aktuell gilt das für den Kanton Genf und die angrenzende Region Terre Sainte des Kantons Waadt.






























