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Was bringt die Digitalisierung im Stall?

Digitale und automatische Technik ist auf vielen Milchviehbetrieben nicht mehr wegzudenken. Wir haben mit Dr. Nora Hammer vom Bundesverband Rind und Schwein über die aktuelle Entwicklung und zukünftige Möglichkeiten der Digitalisierung auf deutschen Milchviehbetrieben gesprochen.


Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 5/2022 der Milchpraxis.


Foto: Adobe Stock

Milchpraxis: Die Landwirtschaft ist Vorreiter in Sachen Digitalisierung. Derzeit sind sehr viele digitale Systeme auf dem Markt. Gibt es unabhängige Plattformen oder Bewerter, z. B. so etwas wie Stiftung Warentest, wo ich mich als Landwirt erkundigen kann?

Dr. Nora Hammer: Eine globale Plattform, in der alles zusammengeführt wird, gibt es (noch) nicht. Vielleicht sind die Bereiche dafür aber auch zu differenziert. In der Fachpresse und auch in wissenschaftlichen Publikationen gibt es vereinzelt Auswertungen über die Funktionalität der Systeme – oft aber in Form von Befragungen der Nutzer, die dann nur bedingt objektiv sind. Gerade im Bereich der Melkroboter verfügen Beratungsunternehmen oder auch die offiziellen Beratungseinrichtungen wie z. B. die Landwirtschaftskammern über große Erfahrungsschätze mit den bereits am Markt befindlichen Produkten und bieten dem Landwirt gute unabhängige Hilfestellung in der Kaufentscheidung an.

Milchpraxis: Sensoren, die Brunst erkennen, das Fressverhalten überwachen oder die Aktivität der Tiere messen, sind bereits zahlreich am Markt vorhanden. Welche Möglichkeiten sehen Sie darüber hinaus?

Hammer: Es gibt erste Produkte am Markt, die eine ständige Überwachung der Körperinnentemperatur über Boli, die im Pansen verbleiben, ermöglichen. Darüber lassen sich gute Aussagen über eine mögliche Erkrankung oder auch Hitzestress tätigen. Des Weiteren ist die moderne Kameratechnik, kombiniert mit künstlicher Intelligenz (KI), in der Lage, Tiere individuell in der Herde zu erkennen. Das verschafft die Möglichkeit, eine 24-Stunden- Überwachung zu etablieren. Ein erster Ansatz ist zum Beispiel die Erfassung der Futteraufnahme am Futtertisch. Daraus lassen sich dann Kenngrößen wie die Futtereffizienz ableiten. Das wiederum ist von großer Bedeutung für die aktuelle Diskussion um Methanausstoß in der Milchproduktion. Die Kameratechnik wird zukünftig eine zunehmend größere Rolle spielen, da sie immer leistungsstärker zu immer günstigeren Preisen erhältlich ist. Gleichzeitig können die erzeugten Bildsequenzen über die KI einfacher ausgewertet werden. Tiere, die viel liegen, besonders aggressiv im Stall sind oder auch die Bestimmung des genauen Ortes, an dem die Kuh sich gerade im Stall aufhält (wie bereits heute schon über Sensoren z. B. in Ohrmarken), können mit hoher Genauigkeit erfasst werden.

Das komplette Interview lesen Sie in der Milchpraxis Ausgabe 5/2022.

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