Weltmilchtag

Sorge um Zukunft der Erzeugung

Die Sorge um die Zukunft der deutschen Milcherzeugung und der Respekt vor dem Beitrag der Landwirte zur Ernährungssicherung bestimmten die Beiträge zum Weltmilchtag am 1. Juni. In Mecklenburg-Vorpommern zeigte sich Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus besorgt, dass die Nutztierhaltung in Deutschland vor dem Aus stehen könnte. Die Milchviehbestände seien seit 2010 weiter massiv gesunken. Backhaus thematisierte auch die zunehmende Konzentration im Molkereisektor. Der Minister hofft, dass die immer größer werdenden Molkereien die Marktmacht dazu nutzen werden, um auskömmliche Preise gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel durchzusetzen.

Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen unterstrich die Bedeutung der Landwirtschaft für die Sicherung der Ernährung. Nach ihrer Ansicht ist es wichtig, kontinuierlich ein Bewusstsein dafür zu schaffen, welche Themen die Landwirtschaft bewegen und wie aufwändig es ist, Gemüse, Obst, Fleisch, Milch zu erzeugen. Diese Leistung der Bauern müsse stärker gewürdigt werden.

Der Landesbauernverband in Baden-Württemberg wies darauf hin, dass die Kuh in der öffentlichen Debatte häufig vorschnell als Klimasünderin abgestempelt werde, und das zu Unrecht. Zwar erzeugten Wiederkäuer wie Rinder Methan. Dieses klimawirksame Gas entstehe jedoch im natürlichen Kreislauf der Futterverwertung und sei Teil des sogenannten biogenen Kohlenstoffzyklus. Anders als fossiles CO₂ aus Kohle oder Erdöl werde das Methan nach rund zwölf Jahren wieder zu CO₂ abgebaut und von Pflanzen gebunden, beispielsweise auf den Grünlandflächen, die den Kühen wiederum als Futter dienten.

Das Landvolk Niedersachsen hob die Bedeutung der Milchwirtschaft für eine nachhaltige Landwirtschaft hervor. Ein gutes Beispiel dafür, wie die Land- und Milchwirtschaft aktiv zur Erreichung der Klimaziele beitragen könne, sei die Klimaplattform Milch, betonte der Landesbauernverband. Diese sei ein praxisnahes Instrument, mit dem die Milcherzeuger ihren CO₂-Fußabdruck präzise erfassen könnten. Zugleich könnten sie auf ihrem Betrieb Stellschrauben zur Minderung der Treibhausgasemissionen identifizieren.

Milchbauern fair bezahlen

Auch aus dem Ausland wurden Stimmen zum Weltmilchtag laut. Das European Milk Board (EMB) bekräftigte seine zentrale Forderung nach einer nachhaltigen Stärkung der Position der Milcherzeuger in der Wertschöpfungskette. Aus Sicht des Verbandes ist es unerlässlich, dass dieses Ziel konsequent verfolgt und nicht durch andere, widerstreitende Interessen ausgebremst wird. Nur eine faire und auskömmliche Vergütung der Milchbauern könne die Zukunft der europäischen Milchwirtschaft langfristig sichern und die Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Milchprodukten gewährleisten.